Dienstag, 29. November 2016

HBCD-belastete Dämmstoffe: Entsorgungsproblem pragmatisch lösen

„Die Länder sollten jetzt schnell eine pragmatische Lösung finden, damit Polystyroldämmstoffe wieder problemlos entsorgt werden können.“ Das fordert Dr. Ulrike Kirchhoff, Vorstand von Haus & Grund Bayern. Die Verbraucher seien sehr verunsichert, da Dämmstoffe, die das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) enthalten, seit dem 1. Oktober 2016 als gefährlicher Abfall eingestuft werden. Die Dämmplatten müssen seitdem vom übrigen Bauschutt getrennt entsorgt werden. In vielen Müllverbrennungsanlagen können diese aber wegen des hohen Heizwertes nicht separat verbrannt werden. Bislang haben aber auch bei weitem nicht alle Anlagen dafür eine Genehmigung.

Berichte über Entsorgungsnotstände und explodierende Entsorgungskosten verstärken die Unsicherheit. Dr. Kirchhoff appellierte daher an die Umweltminister des Bundes und der Länder, die Entsorgung des HBCD-haltigen Styropors zusammen mit normalem Bauschutt wie in der Vergangenheit wieder zu ermöglichen. Einige Länder, wie z.B. Sachsen und Sachsen-Anhalt, wollen diesen Weg gehen. „Diesem Beispiel sollten die Länder gemeinsam folgen, um in Deutschland keinen Entsorgungs-Flickenteppich entstehen zu lassen“, fordert Dr. Kirchhoff.